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Startup Kesselheld

Dieser Gründer möchte den Markt richtig einheizen

Viel zu hohe Heizkosten? Probleme oder Unzufriedenheit mit der jetzigen Heizung? Neuanschaffung der Heizung zu komplex? Kein guter Handwerker bekannt? Martin Teichmann, Gründer und Geschäftsführer von Kesselheld ist mittlerweile Experte in Sachen Heizung. Er und seine Firma vereinfachen den Heizungskauf und Heizungswechsel.

„Wir machen es für Heizungskunden einfach sich zu informieren, ein Angebot zu erhalten, das Thema Förderung und Finanzierung zu verstehen und sorgen für eine perfekte Installation durch die lokalen Handwerker."

Vor Kesselheld war das gar nicht so einfach. Der Handwerkermarkt ist sehr fragmentiert und es gibt alleine in Deutschland 53.000 Heizungsbaubetriebe, die alle ihre eigenen Lösungen anbieten. Woher weiß der Kunde, welcher davon der Richtige für die eigene Situation ist? Wer kann am besten beraten und unterstützen? Martin Teichmann wurde im Zuge seines früheren Berufs in der Immobilienbranche immer wieder nach Kontakten zu guten Handwerkern gefragt. Daraus ist dann die Erfolgsidee Kesselheld entstanden: Eine digitale Schnittstelle, die Handwerker und Kunden bundesweit zusammenbringt.

Wer sind die Kunden von Kesselheld? 95% der Kunden sind klassische Heizungstauschkunden, die bereits eine Immobilie und eine Heizung besitzen. Meist macht die Heizung Probleme, ist defekt oder der Kunde möchte aus Energieeffizienzgründen wechseln. Es gibt aber nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ökologische Komponente. Bei einer alten Heizung ist der CO2-Ausstoß immens und schadet der Umwelt. Teuer und schädlich für die Umwelt? Das braucht kein Mensch. Im Endeffekt profitieren alle Parteien von einer Erneuerung.

Die Schritte von der Kontaktaufnahme zu einer neuen Heizung sind unkompliziert: Auf kesselheld.de erwartet die Kunden ein Fragebogen mit 15 Fragen, der extra darauf abgestimmt ist, vom Immobilieneigentümer aus dem Stehgreif beantwortet werden zu können. Daraus errechnet sich dann die Größe und Art der neuen Heizung und damit auch das Preisangebot. Im nächsten Schritt wird der Kontakt zum lokalen Handwerker hergestellt und ein Termin für den Kesselaustausch vereinbart. Ein größeres Bauvorhaben, das in
1-3 Tagen abgehalten wird. Darauf kann sich der Kunden vorher gut einstellen, bekannte Ankündigungen wie "Ich komme so zwischen 10 und 18 Uhr" entfallen.

Die Schritte sind einfach, haben aber einen enormem Effekt - kein Wunder, dass das Geschäft gut läuft. Vor zehn Monaten gegründet, besteht das Start-up bereits aus 13 Mitarbeitern, die in den Bereichen Online Marketing, Vertrieb, Beratung, Finanzen und Recruiting arbeiten.

Mittlerweile erfolgt auch die Montage der Heizung durch eigene Kesselheld Heizungsbauer. Damit übernimmt Kesselheld den kompletten Heizungstauch von der Fotobegehung per Smartphone über die Beratung zu Förderung und Finanzierung bis hin zur Installation durch eines der bundesweit aktiven Kesselheld Montageteams.

Das Team hat sich im Coworking Space Startplatz niedergelassen und profitiert dort von den Vorteilen, die Coworking mit sich bringt. Martin Teichmann erklärt:“ Wenn man gründet, weiß man ja noch nicht, wie schnell man wächst. Gewerbeflächen muss man im Voraus mieten, das ist sehr schwer einzuschätzen. Hätte ich am Anfang für fünf gemietet, wäre ich schnell an eine Grenze gestoßen und hätte ich für 30 Mitarbeiter einen Raum gemietet, hätte ich heute eine Menge Leerstand. Hier im Startplatz konnten wir nach und nach mehr dazu mieten und wachsen. Dazu kommt noch der Netzwerk-Aspekt: Am Anfang war ich alleine und habe auch einen Ort gesucht, um mich mit anderen auszutauschen. Das hatte sehr viele Vorteile, insbesondere für das Recruiting. Oft wird unterschätzt, wie schwierig es ist, gute und kompetente Leute für sein Team zu finden und ein attraktiver Arbeitsplatz kann dabei helfen. Wenn man dann einen Platz hat, der erstens professionell und zweitens auch noch "cool" ist, dann motiviert das die Bewerber hier zu arbeiten. Es ist offen, hier sind andere junge und motivierte Leute - das ist gut das Arbeitsklima“.

Da ist die Grundlage für produktives Arbeiten geschaffen. In meiner letzten Frage an Martin Teichmann, möchte ich wissen, wie er Düsseldorf als Standort für Start-ups einschätzt: "Ich will ehrlich sein. Es gibt schon einen Sog der Richtung Berlin zieht. Aber beim Recruiting vergleiche ich das immer mit einem Angler. Wer nach Berlin geht, sitzt zwar am größeren See, aber da sitzen schon viele andere Angler. Düsseldorf ist vielleicht der kleinere See, aber hier konkurriert man mit weniger anderen Startups um gute Leute. Es tut sich viel in Düsseldorf, gerade in der Gründerszene. Es gibt viele Interessierte, die mit dem Gedanken der Gründung spielen, die ein Netzwerk aufbauen oder Investoren finden möchten. Ich habe das Gefühl man vernetzt sich hier sehr schnell, da die Szene noch relativ klein ist".