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Salz&Brot

Wohnungssuche leicht gemacht

Was ist Salz&Brot? Was bietet ihr an?
Salz&Brot ist ein Immobilienportal, das auf Mietwohnungen spezialisiert ist. Wir sind im Jahr 2010 als eine Mischung aus Immobilienportal und Blog gestartet, wo man sowohl Wohnungsangebote als auch Gesuche finden konnte. Damals waren wir aber noch regional auf Düsseldorf fokussiert. Inzwischen findet man bei uns Angebote in mehr als 30 Städten, größtenteils Groß- und Studentenstädten.

Wie ist die Idee entstanden? Warst du selbst betroffen von einer schwierigen Wohnungssuche?
Genau. Es hört sich fast schon nach einem Klischee an, dass die Idee aus dem eigenen Bedürfnis entstanden ist. Aber es war tatsächlich so, dass ich 2008/2009 selbst händeringend nach einer Wohnung in Düsseldorf gesucht habe. Ich wollte damals in einem bestimmten Viertel bleiben und hatte keine Lust, Geld für einen Makler zu bezahlen. Darum habe ich Salz&Brot ins Leben gerufen, quasi von Freunden für Freunde. Der Fokus lag auf privaten Vermietern und Mietern, die ihre Wohnung im Freundes- oder Bekanntenkreis weitervermieten wollten und somit keine Provision verlangt wurde.

Was hat sich seitdem am Wohnungsmarkt und eurem Angebot geändert?
Zu dem damaligen Zeitpunkt wurde ein Großteil der Mietwohnungen über Makler vermittelt und somit ist eine Provision für den Mieter angefallen. Im Juni 2015 ist dann die Mietrechtsreform in Kraft getreten. Die beinhaltet das sogenannte Bestellerprinzip, derjenige der den Makler beauftragt muss ihn auch bezahlen und das ist ja in der Regel der Vermieter. Früher haben wir uns das Alleinstellungsmerkmal „provisionsfrei“ sehr zunutze gemacht und nach dem Launch im Januar 2010 eine große, positive Resonanz bekommen. Das ursprüngliche Hobbyprojekt habe ich dann mit zwei Mitgründern weiterentwickelt, mit Hilfe von Business Angels gegründet und über die Stadtgrenzen von Düsseldorf hinaus etabliert.

Wie versucht ihr euch von der Konkurrenz abzuheben?
Wir hatten eigentlich schon immer einen starken Fokus auf Design und der Nutzbarkeit der Seite, wir wollten sie nicht mit Werbeanzeigen überladen. Außerdem waren wir von Beginn an sehr stark in den sozialen Kanälen aktiv, allen voran Facebook, um hier verstärkt ein junges Publikum anzusprechen. Mittlerweile haben wir für mehr als 25 Städte eine eigene Facebookseite, auf denen wir den Benutzern immer die neuesten Angebote präsentieren. Außerdem haben wir einen Service eingerichtet, der neue Angebote in den nachfragestarken Märkten direkt per Whatsapp-Nachricht an die Wohnungssuchenden versendet. Wir sind also immer sehr innovativ und machen uns neue technische Möglichkeiten und Trends zunutze.

Wie verdient ihr eigentlich Geld bei der ganzen Sache?
Zum einen arbeiten wir eng mit Immobilienscout zusammen indem wir Kontaktanfragen von Wohnungssuchenden weitervermitteln, zum anderen finanzieren wir uns in einem kleinen Rahmen über Werbung.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Immobilienscout zu Stande?
Immobilienscout ist der Marktführer mit einer Menge Erfahrung. Sie haben uns sehr bei unserem Wachstum in weitere Städte unterstützt und wir haben dafür eine junge Zielgruppe erschlossen, die sie über die sozialen Kanäle sonst nur schwer erreicht hätten. Die Zusammenarbeit beruht also auf einem Geben und Nehmen, von dem beide Seiten profitieren.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Im Moment kann man bei Salz&Brot nur Wohnungen suchen. Der User kommt zu uns, sucht ca. 2-3 Monate und verschwindet dann wieder von der Bildfläche. Wir würden gerne unser Portal ausbauen und den Benutzer auch nachdem er eine Wohnung gefunden hat, unterstützen und ihn mit Inhalten rund um die Themen Wohnen, Einrichten, Leben weiterhelfen. Zum Beispiel wo bekommt er Hilfe bei seinem Umzug? Wo kann er ein Umzugsunternehmen buchen? Was kostet das? Oder wie kann er selbst seinen Umzug organisieren. Wir wollen Informationen bereitstellen, die über die reine Wohnungssuche hinausgehen und den Mieter in seine neue Wohnung und seinen neuen Wohnort begleiten. Mit einem Umzug geht vieles einher, wie die Fragen nach neuem Mobiliar, Finanzierungsmöglichkeiten oder Fernseh- und Internetverträge, da wollen wir Abhilfe schaffen.

Nehmt ihr oft an Startup Veranstaltungen teil? Wie würdest du das Angebot in Düsseldorf bewerten?
Ich finde es total wichtig, was die Stadt Düsseldorf momentan für einen Aufwand betreibt, sich für Startups attraktiv zu machen und unterstütze das auch. Wir waren unter anderem eines der ersten Mitglieder des StartupDorf. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sehr stark auf die Gruppe abgezielt wird, die gerade erst gründet. Es gibt also viele Veranstaltungen, die grundlegenden Dinge zum Thema Gründen vermitteln. Dadurch, dass es uns aber schon so lange gibt und ich auch vorher schon selbstständig gewesen bin, sind das keine relevanten Themen mehr für mich. Es gibt mittlerweile andere Herausforderungen, die sich z.B. damit beschäftigen, wie ich mein Team und Unternehmen weiter ausbauen kann. Aber ich bin mir sicher, dass es mit der Zeit auch dazu Veranstaltungen geben wird. Düsseldorf fängt ja gerade erst an sich einen Namen als Startup Standort zu machen. Ich blicke der Zukunft da positiv entgegen und werde sicher bald mal wieder die Möglichkeit nutzen mich weiterzubilden.

Worauf sollte man nach deiner Erfahrung bei einer Neugründung besonders achten?
Man sollte sich das Gründerteam sehr genau anschauen und sich darauf einigen, wie viel Zeit und Kraft man in das Startup investieren möchte und sich gemeinsam für einen längeren Zeitraum verpflichtet an diesem gemeinsamen Ziel zu arbeiten und an einem Strang zu ziehen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, dass man ein Team mit verschiedenen Kompetenzen hat, die sich gut ergänzen.

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