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Ein Interview rund um das Thema Finanzierung

Startup Kluba Medical im Gespräch

Entwickler und Hersteller eines medizinischen Babykopfschutzes Kluba Medical erklären uns, wofür ihr Produkt benötigt wird und wie sie ihr Startup finanzieren konnten. 

Wer seid ihr und was ist Kluba Medical?
Wir, die Kluba Medical GmbH, sind ein junges Medizintechnikunternehmen aus Düsseldorf, das den Kluba Medical Babykopfschutz entwickelt: Ein patentiertes Medizinprodukt als wirksame, flexible und sichere Lösung zur Vermeidung und Linderung von Schädeldeformationen bei Babys.

Die lagebedingte Plagiozephalie („Schiefschädel“) ist ein verbreitetes Phänomen. Die Schädelverformungen unterschiedlicher Schweregrade können während der Geburt auf dem Weg durch den Geburtskanal oder in den ersten Monaten nach der Geburt, häufig verursacht durch die ständige Rückenlage der Säuglinge, entstehen. Bisher gibt es keine zufriedenstellende Lösung für eine wirksame Prophylaxe. Wird die Plagiozephalie nicht behandelt, sind neben optischen Beeinträchtigungen auch gesundheitliche Spätfolgen (z.B. Entwicklungsverzögerungen, Kieferfehlstellungen, Sehstörungen, etc.) nicht ausgeschlossen.

Der durch eine Ärztin und anerkannte Expertin für Schädeldeformationen im klinischen Umfeld entwickelte Babykopfschutz soll das Risiko lagebedingter Verformungen des Schädels von Säuglingen reduzieren und sowohl zur Vorbeugung als auch therapeutisch eingesetzt werden. Durch unser flexibles, größenverstellbares Medizinprodukt erfolgt eine Druckentlastung des empfindlichen Babykopfes, sodass dieser belastungsfrei wachsen kann und Deformationen vermieden werden können.

Kommen wir dazu, wie ihr euer Startup finanzieren konntet. Wieso habt ihr euch für Risikokapital entschieden? 
Zunächst haben wir unser junges Start-up komplett eigenfinanziert und haben aus unseren Privatvermögen die benötigten Mittel für die Patentanmeldung, die Vorbereitung der Gründung sowie die erste Entwicklungsphase bereitgestellt.

Als diese Phase abgeschlossen war und die gewünschten positiven Ergebnisse hervorgebracht hat, haben wir uns auf die Suche nach weiterem Kapital gemacht, um unser Vorhaben in die Tat umzusetzen und unser Produkt auf den Markt zu bringen.

Uns war es wichtig, für die Seed-Finanzierung einen passenden Investor zu finden, der uns neben seiner finanziellen Hilfe auch mit Know-how und seinem Netzwerk mit belastbaren Kontakten sowie relevantem Branchenwissen unterstützen kann. Und genau einen solchen Business Angel haben wir mit unserem Investor, Peter Kröner, Gründer und Geschäftsführer der Kröner Medizintechnik GmbH, auch gefunden. Das Investment im sechsstelligen Bereich ermöglicht uns nun die Fertigstellung des Produktes, die Zulassung als Medizinprodukt sowie die Markteinführung im deutschsprachigen Raum.

Wo habt ihr die Investoren gesucht? 
Neben der Kontaktaufnahme zu verschiedenen Business Angel Netzwerken sowie zu bekannten Frühphasenfonds haben wir an zahlreichen Pitch- und Investoren-Veranstaltungen sowie Businessplan- und Gründerwettbewerben teilgenommen. Insbesondere die vielen regionalen und überregionalen Veranstaltungen haben uns eine Menge interessanter und vielfältiger Kontakte eingebracht, die wir an der ein oder anderen Stelle bereits erfolgreich nutzen konnten.

Wie habt ihr den Kontakt aufgebaut?
Die Übereinkunft mit unserem Angel Investor ist letztendlich durch die Zusammenarbeit in einem anderen Projekt entstanden: Im Rahmen unserer Kollaboration haben wir viele Gemeinsamkeiten sowie potenzielle Synergien entdeckt. Da unser Investor von uns und unserem Produkt überzeugt war und neben einem hohen Marktpotenzial auch starke Wachstumschancen und Synergien sieht, hat er sich auf Basis unserer gegenseitigen guten Erfahrungen und Sympathien entschlossen, uns bei der Entwicklung unseres innovativen Produktes zu unterstützen.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Investor jetzt praktisch? 
Nach Vertragsschluss und unserem Kick-off Meeting zur Besprechung der gemeinsamen Zielvorstellungen und deren bestmöglicher Erreichung haben wir einen umfassenden Projektplan erstellt. Dieser beinhaltet neben den großen Meilensteinen und Maßnahmen auch die Auflistung von Zuständigkeiten für verschiedene kleinere Aufgaben und schließt unseren Investor in letztere mit ein. Um unseren Business Angel stets auf dem Laufenden zu halten, führen wir zweiwöchentliche Update Calls sowie regelmäßige persönliche Treffen durch. Das sichert neben der notwendigen Information zum operativen Geschäft auch unser sehr gutes partnerschaftliches Verhältnis. Der Investor bringt sich mit seiner Marktexpertise ein und unterstützt bei einzelnen Fragestellungen auch operativ durch die Ressourcen seines Unternehmens.

Worauf haben die Investoren am meisten geschaut? Was war ihnen wichtig an Eurem Vorhaben? 
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Investoren neben positiven Wachstums- und attraktiven Renditeaussichten insbesondere auf einen passenden „Fit“ zwischen Investor und Start-up achten. Nur wenn die Chemie stimmt, können die gemeinsamen Ziele erreicht und ein junges Unternehmen erfolgreich aufgebaut werden. Natürlich müssen auch das Produkt bzw. die Produkte zum Investor passen. Bei uns ist beides der Fall, und darauf sind wir sehr stolz.  

Wo geht die weitere Reise hin? Was ist eure Vision für die Zukunft?
Unsere Vision ist, dass die medizinischen Multiplikatoren unser Produkt, den Kluba Medical Babykopfschutz, einhergehend mit der allgemeinen Empfehlung zur Rückenlage für Säuglinge, als sichere und flexible Lösung zur Vermeidung von Schädeldeformationen aktiv empfehlen.

Wir möchten unser Medizinprodukt innerhalb der nächsten fünf Jahre erfolgreich im internationalen Markt positionieren, unserer Angebot um mehrere spezifische Babyprodukte erweitern und das Unternehmen zu einem Systemanbieter für die Baby- und Kleinkindergesundheit weiterentwickeln. 

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