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Interview mit Pascal Christiaens, Geschäftsführer von Volunteer World

Volunteer World - made for meaningful travel

Spätestens seitdem Volunteer World das Finale des Rheinland Pitchs gewonnen hat, kennt man sie in Düsseldorfs Startup Szene. Kurz und knapp, eine Mischung aus Airbnb und Check24, aber für internationale Freiwilligenarbeit. Wir haben mit Pascal Christiaens, einem der Mitgründer und Geschäftsführer von Volunteer World gesprochen und erfahren, was sie so einzigartig macht.

 

Du hast mit deinen beiden Freunden und mittlerweile Geschäftspartnern Felix Raedel und Christian Wenzel Volunteer World gegründet. Wie seid ihr damals auf die Idee gekommen?

Felix hat nach dem Abitur den Wunsch gehabt etwas Sinnvolles zu tun. Allerdings entpuppte sich die Suche nach einer passenden Freiwilligenarbeit als sehr herausfordernd und zeitintensiv. Er fand über bisher bestehende Portale einfach nicht das, was er sich vorgestellt hatte. Nur durch einen zufälligen, privaten Kontakt hat er dann die Chance bekommen an einem Projekt in Namibia mitzuwirken. Für mich war es während meiner Abizeit ebenfalls wichtig ins Ausland zu kommen und etwas zu bewegen. Ich durfte an einem Projekt in einem Kinderdorf in Tansania mithelfen und somit hatten wir beide schon einen Background in der internationalen Freiwilligenarbeit, allgemeines Reiseinteresse und wollten etwas an den Möglichkeiten als Volontär ins Ausland zu kommen, verändern.

Im Jahr 2011 hat dann alles mit einem Blog für internationale Freiwilligenarbeit begonnen, den wir 3 Jahre betrieben und weiterentwickelt haben. Damals allerdings noch auf einem niedrigen Niveau. Irgendwann kam dann Christian dazu, ebenfalls ein passionierter, wanderlustiger Mensch, der im Bereich Tauchen und Meeresschutz seine Faszination findet. Wir drei haben dann die Vision entwickelt, eine zentrale Anlaufstelle für internationale Freiwilligenarbeit zu schaffen und das ist uns auch gelungen.

 

Wie hebt sich eure Plattform von restlichen Reiseanbieter für Freiwilligenarbeit ab? Was macht euch besonders?

Volunteer World hat den ganz großen Vorteil, einen direkten Kontakt zum Hilfsprojekt herzustellen. Auf diesem Weg kann der Hilfsprojektleiter vor Ort Bewerbungen sichten und darüber entscheiden, welcher Volontär für den Job qualifiziert ist. Das ist bei den großen Anbietern leider nicht der Fall. Da werden ungeeignete Freiwillige  in Projekte geschickt nur um Geld zu machen. Das sind zumeist Linkportale, die keinen Direktkontakt herstellen und somit auch nicht den Qualitätsstandard, auf den wir sehr viel Wert legen, bieten können.

 

Nach welchen Kriterien wird entschieden, wer für ein Projekt geeignet ist?

Wir bieten in 80 verschiedenen Ländern tausend verschiedene Möglichkeiten Freiwilligenarbeit zu leisten, also kommt es immer ganz darauf an. Beispielsweise für Projekte im Bereich Meeresschutz wird oftmals eine Tauchqualifikation benötigt oder wenn man im Bereich Bildung arbeiten möchte, sollte man bereits fortgeschritten in seinem Lehramtsstudium sein. Es ist unabdingbar den richtigen Match zwischen Arbeit und Qualifikation zu schaffen, sonst sind am Ende des Tages weder Projektleiter, noch Volontär zufrieden.

 

 

 

 

Wer kann bei euch für Freiwilligenarbeit vermittelt werden?

Grundsätzlich kann jeder vermittelt werden. Meist gibt es ein Mindestalter von 18, 21 oder 25 Jahren um den Job übernehmen zu dürfen, daran müssen wir uns natürlich halten. Den Großteil der Helfer decken Frauen zwischen 18 und 28 ab, aber allgemein ist die Palette kunterbunt durch alle Gesellschafts-  und Altersschichten gemischt: von Berufstätigen über Studenten, Abiturienten und Menschen im Rahmen ihres Sabbatical.

 

Ihr habt beim diesjährigen Rheinland Pitch Finale den ersten Platz erreicht. Wie wichtig war diese Erfahrung für euch?

Es war gar nicht so einfach sich da durchzusetzen. 32 Jungunternehmen haben teilgenommen und es gab viele Runden, die zu bestreiten waren, bis wir dann letztendlich im Finale vor knapp 1000 Leuten unsere Idee präsentieren durften. Dort war die Schwierigkeit, seine Idee genau auf den Punkt zu bringen und in kurzer Zeit so zu vermitteln, dass das Publikum überzeugt wird. Wir sind wirklich stolz, dass es uns gelungen ist und wir einiges aus dieser Erfahrung mitnehmen durften. Wir konnten uns mit namenhaften Unternehmen aus Düsseldorf vernetzen und wurden zum Gesprächsthema. Das war auf jeden Fall ein Türöffner.

 

Wie würdest du Düsseldorf als Unternehmensstandort bewerten?

Wir sind sehr glücklich, dass unser Startup seinen Sitz in Düsseldorf hat. Die gute Infrastruktur und Nähe zu vielen Universitäten machen es zu einem attraktiven Standort. Aber ganz besonders der Kontakt zu großen Unternehmen ist vorteilhaft: diese haben zumeist schon die Digitalisierung fest in ihren Philosophien verankert, aber hier und da hapert es noch etwas bei der Umsetzung. Ich denke, da können junge Startups, die Technologie basiert sind sicher helfen, unterstützend wirken und somit neue Inspirationen für die „alten“ Unternehmen bieten.

 

Was ist eure Vision für Volunteer World. Was wollt ihr verändern?

Wir wollen einen fairen und transparenten Markt für internationale Freiwilligenarbeit schaffen. Der Markt ist sehr fragmentiert, insgesamt gibt es fast 40.000 Reiseagenturen, die weltweilt konkurrieren um junge Menschen ins Ausland zu schicken, da herrscht keine Transparenz. Um das zu verändern und den Markt in die richtige Richtung zu lenken, wollen wir eine gewisse Größe erreichen und weiter wachsen. Außerdem möchten wir das Thema internationale Freiwilligenarbeit präsenter machen.

 

Ihr habt die schwierige Anfangszeit bereits erfolgreich hinter euch gebracht. Welchen Ratschlag würdest du jemandem geben, der noch ganz am Anfang der Gründung steht?

Nicht zu schnell den Kopf in den Sand stecken. Auch wenn es noch so dunkel aussieht, ist irgendwo wieder Licht am Ende des Tunnels. Es gab bei uns auch Wochen, in denen wir niemanden vermittelt haben und keiner wusste wieso. Wir haben uns aber dadurch nicht unterkriegen lassen, sind nicht in Panik verfallen, sondern haben weiter an unserem Konzept und unseren Zielen gearbeitet.

 

Fernweh? Den Wunsch etwas Sinnvolles zu tun? Dann schaut doch mal hier vorbei! 

 

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