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Umzug steht an, aber knapp bei Kasse? Kein Problem mit kautionsfrei.de!

Robert Litwak, Mitgeschäftsführer der plusForta GmbH (kautionsfrei.de) im Gespräch

Wer bist du und was macht ihr hier bei kautionsfrei.de?

Ich bin Robert Litwak, 31 Jahre jung und seit sieben Jahren Mitgründer und Mitgeschäftsführer von kautionsfrei.de. Ich bin bei uns für das Produktmanagement zuständig und gebe Impulse,  wo die weitere Reise hingehen soll. Natürlich kümmere ich mich auch darum, einen guten Gesamtüberblick über die Arbeit im Büro zu bekommen und stehe dazu allen Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite.

Kautionsfrei.de ist eine Internetseite, auf der Kunden eine Mietkautionsbürgschaft für ihren Vermieter erwerben können. Normalerweise hinterlegt man als Mieter in Deutschland beim Vermieter eine Mietkaution in bar von maximal drei Nettokaltmieten als Sicherheit. Damit ist der Vermieter für den Fall von Sachschäden an der Wohnung, nicht bezahlter Miete oder anderen finanziellen Schäden abgesichert. Diese Option bindet das Geld auf dem Mietkautionskonto des Vermieters und man hat es in der kostenintensiven Umzugszeit nicht zur Verfügung. Da bietet kautionsfrei.de eine Alternativlösung. Mit unserer Mietkautionsversicherung erhält der Vermieter vom Mieter statt der Barkaution eine Bürgschaftsurkunde der R+V Versicherung, in diesem Fall dem Bürgen, und ist damit im Schadensfall genauso abgesichert wie mit der Barkaution. Unser Konzept ist, ein trockenes Versicherungsprodukt als hippes, frisches zeitgemäßes Nischenprodukt neu zu verpacken, um so den Mehrwert für Mieter und Vermieter einfach und klar zu verdeutlichen.

Wie sind du und deine Mitgründer auf die Idee gekommen?

Es gibt drei Gesellschafter: eine Hausverwaltung mit Sitz in Köln, einen Versicherungsmakler und mich.

Damals war es so, dass der Sohn des Hausverwalters in die Schweiz gezogen ist und dort hat man ihm eine Mietkautionsversicherung angeboten. Er erzählte seinem Vater, Hersz Krymalowski, von der Idee und dieser holte dann seinen Freund Franz Rudolf Golling und mich ins Boot, um das Produkt in Deutschland zu vertreiben. In dieser Form gab es die Mietkautionsversicherung damals nämlich noch nicht. So habe ich dann meinen Weg in die Selbstständigkeit gefunden, meinen Job in Stuttgart gekündigt, meine sieben Sachen gepackt und bin nach Düsseldorf gekommen.

Eigentlich haben alle in meinem Umfeld gesagt, ich wäre verrückt, meinen festen Job für ein Startup aufzugeben. Ich bin aber der Überzeugung, dass viele tolle Ideen aus einer kleinen Verrücktheit heraus entstehen können und ich war zum Glück offen für so eine waghalsige Aktion.

Wie sehen eure Kunden aus? Müssen Sie bestimmte Kriterien erfüllen um eine Mietkautionsbürgschaft zu erhalten?

Jeder, egal ob jung oder alt, Männlein oder Weiblein, egal welcher Einkommensschicht, Student oder Doktor, kann bei uns eine Bürgschaft bekommen, solange die Bonität in Ordnung ist. So versuchen wir unser Risiko zu minimieren.

Wie macht ihr potentielle Kunden auf euch aufmerksam?

Wir machen natürlich viel über die klassischen Kanäle im Internet, betreiben aber auch Moskito-Marketing. Damit meine ich kleine Stiche mit großer Wirkung. Wir setzen z.B immer wieder unterschiedliche Werbeaktionen in großen Städten um, wie Fahrradsattelüberzieher mit unserem Logo, bedruckte S- Bahnen, Volleyballspieler, die wir sponsern oder Aktionen über die Social Media Kanäle. Auf unserer Website veröffentlichen wir auch Ratgebertexte, beispielsweise zum Thema Mietrecht; so werden auch Menschen auf uns aufmerksam, die vielleicht noch nicht speziell nach einer Bürgschaft suchen, aber sich informieren wollen. Was nicht ist, kann ja noch kommen. Umziehen ist immer wieder ein Thema.

Und was macht die Konkurrenz?

Es gibt mehrere Teilnehmer, die mit auf den Zug gesprungen sind, aber eigentlich nur eine Firma, die in ähnlicher Größe und Bekanntheit agiert und die damals  zeitgleich mit uns gestartet ist. Der Markt ist wegen der Vielzahl an Umzügen so groß, dass es weniger eine Konkurrenz durch Mitbewerber gibt, sondern die Herausforderung ist eher die Bekanntheit und Akzeptanz des Produktes auszubauen.

Würdest du rückblickend irgendetwas an eurer Vorgehensweise ändern? Was würdest du jemandem raten, der gründen möchte?

Rückblickend kann ich sagen, dass wir mehr richtig, als falsch gemacht haben, ich würde nichts daran ändern. Mein Tipp für Neugründer wäre, dass sie sich gut überlegen sollten, mit wem sie gründen wollen. Das ist wie eine Ehe, da kommt man nicht so leicht wieder heraus. Außerdem sollte man Disziplin, einen langen Atem und eine gehörige Portion Ehrgeiz mitbringen, denn nichts kommt von alleine.

Hast du eine Vision für kautionsfrei? Wollt ihr noch weiter wachsen, vielleicht sogar international?

Ich tue mich immer sehr schwer mit Visionen. Wir hatten vor ein paar Jahren einen Teamtag und da hat mich eine Kollegin gefragt „Du, Robert, was ist denn eigentlich unsere Vision“? Da habe ich mir nur gedacht: Ja, was soll denn meine Vision sein? Wir haben einen tollen Job hier und machen die Menschen mit unserem Produkt glücklich. Das ist die Hauptsache. Klar kann man sagen, dass man gerne Marktführer werden würde, aber am Ende des Tages bin ich sehr glücklich, wenn unser Produkt mehr an Bekanntheit und Akzeptanz erfährt, wir weiter gesund und organisch wachsen und  alle mit unserer Arbeit zufrieden sind. Helmut Schmidt hat mal gesagt: Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen. Das finde ich eigentlich ganz passend.

Wir sind schon bundesweit unterwegs und haben einen Zweitsitz in Berlin. Darüber nachgedacht, international zu werden, haben wir schon, aber da müssen einige Rahmenbedingungen erfüllt sein, damit sich das überhaupt lohnen würde. Man braucht den Versicherer und vor allem eine starke Mieterquote. Das ist nicht überall der Fall, zum Beispiel in Spanien oder Italien gibt es eine starke Eigentümerquote, da würde es nicht ausreichend Bedarf geben.

Deutschlands Markt ist noch sehr groß, da können und wollen wir uns erstmal austoben.

Ein letztes Wort … ? 

Gründen macht Spaß! Einfach ausprobieren und offen sein für Neues. Das tut niemandem weh. Ich könnte mir heute für mich nichts Besseres vorstellen, als mein eigener Chef zu sein.