Topgrafik

Mit Virtual Reality in andere Welten eintauchen

Interview mit Michael Albrecht von A4VR

Erzähl am besten zuerst mal ein wenig über dich. Wer bist du und was machst du hier genau?
Ich bin Michael Albrecht, gelernter Toningenieur und habe seit 15 Jahren ein Tonstudio hier in Düsseldorf, wo ich Musik für Werbung komponiere unter anderem für Pringles, Lenor, Deichmann, Hugo Boss oder auch Red Bull. Das ist mein Background, seit 3 ½ Jahren liegt mein Fokus auf Virtual Reality. 2012 bin ich über das Developer Kit von der Oculus DK1 gestolpert und war sofort hin und weg. Ich habe mich über alles was technologisch gesehen am Markt ging informiert und es ging dann soweit, dass Jan Thiel und ich im März 2015 die Firma A4VR gegründet habe.

Was kommt hier bei A4VR alles zusammen, in welchen Arbeitsbereichen arbeitet ihr?
Wir haben verschiedene Spezialbereiche wie Motion Capturing, 3D und das Tonstudio hier im Haus. So produzieren wir VR Content und probieren darüber hinaus auch eine ganze Menge neu aus, wie zum Beispiel den Bau von Mikrofonen oder die Optimierung von Kamerasystemen mit 3D-Druckern. Das machen wir, weil wir teilweise Konstruktionen für unsere Filmprojekte benötigen, die es so am Markt noch nicht gibt, um Projekte zu realisieren, die eben so auch noch nicht realisiert wurden.

Du hast eben deinen Mitgründer Jan erwähnt, wie habt ihr euch gefunden?
Ursprünglich war Jan ein Businesskontakt von mir. Er war Creative Director bei der Eventagentur Head of Events. Für deren Shows habe ich das Sound Design gemacht. Es hat nicht lange gedauert bis ich ihn mit meiner Begeisterung für Virtual Reality angesteckt habe. Zusammen haben wir uns dann überlegt welche weiteren Gewerke für eine gemeinsame Firma rund um VR sinnvoll sind. Uns war klar dass 3D, Motion Capturing, Sound Design und Jans Know How über Eventimplementierung und Konzeptionierung super zusammen passen.

Wie habt ihr euch finanziert? Konntet ihr schon Kunden aus euren alten Jobs mitbringen?
Wir sind komplett eigenfinanziert: In den ersten Jahren haben wir uns durch unsere bestehenden Firmen finanziert und quasi nebenbei das Wissen angeeignet, das wir für die Gründung brauchten. Das haben wir dann als Investitions- und natürlich auch als Researchphase gesehen um uns auf große Aufträge vorzubereiten. Die kamen dann auch schneller als gedacht!

Dass wir alle schon vorher unser eigenes Business hatten und dementsprechend Know How und Kontakte mitbringen konnten, war sicherlich vorteilhaft. Geldtechnisch dann natürlich auch gut, dass wir nicht extra einen Kredit aufnehmen mussten, sondern durch die laufenden Geschäfte in unsere Zukunft investiert haben.

Gibt es Beispielprojekte von denen man euch kennen könnte?
Wir haben letztes Jahr am Finale von The Voice of Germany mitgewirkt. Das haben wir live gestreamt, in 4k und mit 360 Grad Rundum Blick. Wir haben unsere eigenen Kamerasets designt und im Studio aufgestellt. Das hatte dann den Effekt, dass die Zuschauer von zu Hause die Halle so sehen konnten, wie die Zuschauer die live vor Ort waren – auch mit Virtual Reality-Brille. Etwas Ähnliches haben wir auch für Circus Halli Galli gemacht. Da wurde die Show in 360 Grad gecaptured und später auf Facebook als 360° VR Video hochgeladen.

Das sind ja schon tolle Erfolge für eure junge Agentur. Aber ihr wollt vermutlich noch mehr erreichen, was ist eure Vision für A4VR?
A4VR ist ja momentan eine Dienstleistungsfirma, die wir auch so gerne im High End Bereich wie zum Beispiel der Automobil- oder Entertainmentbranche weiterführen wollen. Wir haben allerdings zwei andere Geschäftsmodelle an denen wir hier arbeiten, die eben unabhängig von Auftraggebern sind, aber in denen wir großes Potential sehen. Das eine ist ein VR Makler Produkt und das andere eine VR Plattform. Mehr wollen wir aber jetzt noch nicht verraten.

Zu guter Letzt: Warum sitzt ihr in Düsseldorf?
Das hat mehrere Gründe: Hauptsächlich weil wir hier alle herkommen, unsere Familien sind hier und unsere Firmen saßen auch hier. Außerdem hat NRW was die Werbebranche und Industrie angeht eine ganze Menge zu bieten. Es rechnet sich einfach: Der Markt ist groß genug, man hat viele Direktkunden und Werbeagenturen mit hohem Investitionsvolumen vor Ort. Und auch nicht ganz unwichtig ist, dass Düsseldorf infrastrukturell toll angebunden ist.

Klar kann man irgendwann auch darüber nachdenken Büros an anderen Standorten zu öffnen, aber im Moment sind wir hier sehr zufrieden.

Das freut uns für euch. Weiter so und vielen Dank für das Interview!